Kleingartenverein "Am Kienberg" e.V.
Verfasst am 17.09.2026 um 21:02 Uhr

Ob groß, ob klein – Tomaten im Garten müssen sein!

Tomatenverkostung 2026 im KGV „Am Kienberg“ e.V.


Die Gartenfachberater des Vereins laden seit vielen Jahren  Ende August zur großen Tomatenverkostung ein. Tomatenliebhaber auch aus anderen Anlagen merken sich diesen Termin stets vor. Sie wissen, hier gibt es Raritäten, die man verkosten kann, ehe man sich für den Anbau bestimmter Sorten entscheidet.

 

Ende August bis Anfang September ist der Höhepunkt der Tomatenernte in unseren Breitengraden. Tomaten aller Größen, Farben und Formen reifen zu dieser Zeit auch im Freiland heran. Von den im Handel ganzjährig angebotenen Tomaten aus Gewächshauskulturen unterscheiden sich die Garten- tomaten durch ihre Vielfalt und ein breites Spektrum an Geschmacksrichtungen. Supermarkt-tomaten gibt es inzwischen auch in vielen Farben, Formen und Größen, aber im Aroma weisen sie kaum Unterschiede auf.

So wundert es kaum, dass immer mehr Gartenfreunde die Gelegenheit nutzen, Tomaten zu testen, um ihre Lieblingssorten herauszufinden und sie dann selbst aus Samen heranzuziehen.

 

Im KGV „Am Kienberg“ e.V. regte 2020 der ehemalige Vorsitzende der Gartenfachberatung  Jochen Knape an, eine Tomatenverkostung zu organisieren. Seitdem werden jährlich mit zunehmenden

Interesse Tomatenverkostungen mit Samentausch durchgeführt.

 

2026 folgten 24 Gartenfreunde der Einladung der Gartenfachberater des Vereins. Die Veranstaltung wurde von der Vorsitzenden des Fachberaterteams souverän moderiert. Es wurden         45 Sorten verkostet und jeder Teilnehmer konnte Samen seiner Lieblingssorte für die Aussaat im nächsten Jahr mit nach Hause nehmen. Über 80 Prozent der vorgestellten Tomaten stammten von der Parzelle der Vorsitzenden des Gartenfachberaterteams des Vereins, Irina Busch. 2026 baute sie 50 Tomatensorten an. Sie sammelt und tauscht diese seit vielen Jahren über Ländergrenzen hinweg. Mittlerweile hat sie in ihrer Samenbank 300 Sorten zur Auswahl. Von Jahr zu Jahr wählt sie daraus jeweils drei bis vier Dutzend Sorten zum Anbau aus. So kann sie zur jährlichen Tomatenverkostung allen Teilnehmern immer auch einige neue Sorten vorstellen.


 

Nicht alle präsentierten Tomaten können mit ihren Eigenschaften hier Erwähnung finden, aber auf einige mit interessanten Namen und Formen sowie Sorten, die durch ihren guten Geschmack überzeugten, soll hier näher eingegangen werden:

 

Das rote Andenhorn ist eine rote indianische Tomate. In Form und Größe gleicht sie äußerlich einer Paprikaschote.


Die dunkle Pflaume ist eine aromatische kleine Tomate. Farbe, Form und Größe erinnern sehr an eine Pflaume.

 

Beim Honigtopf handelt es sich um eine große gelbe runde Tomate, die leicht platt ist. Sie ist saftig und hat ein fruchtig süßsaures Aroma.

 

Die Johannisbeertomate gibt es gelb und rot. Sie wächst wie die Beeren am Johannisbeer-busch in langen Rispen mit bis zu einem Zentimeter großen Früchten mit mildem Aroma. Diese Minitomaten sind bei Kindern sehr beliebt.Außerdem können sie gut zum Verzieren von Salaten und Suppen verwendet werden.

 

Long Tall Sally ist eine größere sehr aromatische und fruchtige Tomate. Sie ist außen

rot gestreift. Längs halbiert erkennt man ihre Herzform.

 

Die Mandarine ist eine mittelgroße orangefarbene Tomate. Ihr Aroma ist angenehm mild und erinnert an die Südfrucht Mandarine.


Das Jahr 2026 brachte für Hobbygärtner eine gute Tomatenernte, regelmäßiges Gießen vorausgesetzt. Ansonsten blieb die Fruchtgröße unter dem Durchschnitt. Zwischen alten und neuen Tomatenfreunden entspann sich während der Tomatenverkostung eine rege Diskussion , was man beim Tomatenanbau beachten sollte bzw. verbessern kann. Für viele Gartenfreunde, die in diesem Jahr erstmals zur Tomatenverkostung kamen, war der Erfahrungsaustausch am Ende wichtiger als das Kennenlernen neuer Tomatensorten. So wurde erörtert, ob man im Freiland, im Topf, unter einem Tomatendach oder im Gewächshaus anbaut bzw. welche Sorte nur für einen bestimmten Standort geeignet ist.

 

Bei der Selbstaussaat ist es wichtig, ob das Saatgut noch keimfähig ist. Doch da gibt es bei Tomaten keine Probleme. Selbst gewonnenes Saatgut ist bei geschützter Lagerung mindestens fünf Jahre keimfähig. Begonnen werden sollte mit der Aussaat ab Ende Februar in Töpfen oder Schalen. Gute Erfahrungen wurden mit der Verwendung von Kokosfasersubstrat gemacht. Die Saatgefäße können auf ein Fensterbrett unter dem sich ein Heizkörper befindet gestellt werden. Nach dem Aufgang der Saat sind die Pflänzchen zu pikieren und ggf. umzutopfen. Erst Mitte Mai oder nach den Eisheiligen dürfen die kälteempfindlichen Tomatenpflanzen ins Freiland.

 

Sind die Tomatenpflanzen an ihrem Standort im Beet oder Gewächshaus dann bilden sie bald Geiztriebe, die je nach Sorte auszubrechen sind. Hat man einen Geiztrieb übersehen, kann man den Trieb auch im Topf bewurzeln lassen und so eine zusätzliche Tomatenpflanze gewinnen.

 

Besonders in den ersten Wochen nach dem Auspflanzen benötigen Tomaten Bewässerung. Regenwasser ist zum Gießen am besten geeignet. Wer seine Tomaten unter einem Dach kultiviert, muss sie wöchentlich mehrmals gießen.

 

Bis Tomaten erntereif sind, dauert es je nach Sorte und Standort unterschiedlich lange. Besonders bei weißen, hellgelben, grünen oder schwarz-violetten Sorten ist es oft schwierig, den richtigen Erntezeitpunkt zu erkennen. Als Faustregel gilt, wenn sich die Tomate weich anfasst und leicht lösen lässt, kann sie geerntet werden. Fast schwarze Tomaten bleiben an der Unterseite lange grün und erreichen ihre Erntereife erst dann, wenn sich das Grün von unter nach oben in rot verwandelt.

 

Zur Gewinnung von eigenem Saatgut sollte man Tomatenkerne von den ersten beiden reifen Tomaten vom oberen Ende der Tomatenrispe verwenden, um kräftige Pflanzen zu erhalten.

 

Die Kienberger Gartenfachberater empfehlen allen Tomatenfreunden in ihren Vereinen, Initiativen zu Tomatenverkostungen zu starten. Auf Bundes- und Landesgartenschauen gibt es auch Tomatenausstellungen mit 100 bis 200 Sorten, aber wegen hoher Besucherzahlen in der Regel keine Verkostungen.

Lohnenswert ist jährlich eine Fahrt in das Berliner Umland, wo das Eberswalder Tomatenfestival regelmäßig stattfindet. 2026 wurde es zum 7. Mal am 23. August durchgeführt und 400 Sorten vorgestellt, wo auch viele Sorten direkt gekostet und gekauft sowie Samen erworben werden können. Das Festival findet auf dem Gewächshausgelände des Forstbotanischen Gartens der Hochschule für nachhaltige Entwicklung  in Eberswalde statt.

 

 

Text / Fotos:   Ursula Bernitz